Nachhaltigkeit kann nur entstehen, wenn hinreichend viele gesellschaftliche Akteure in ihrem jeweiligen Bereich ihren Beitrag leisten. Gefordert sind Engagement, Vernetzungskompetenz – und Geduld. Dabei kommt dem sozialen Sektor für die Akzeptanz und Alltagstauglichkeit der Nachhaltigkeit eine Schlüsselrolle zu. Diakonie und Caritas unterhalten deutschlandweit über 50.000 Einrichtungen und Dienste, beschäftigen zusammen über 1,3 Millionen Menschen hauptberuflich und beinahe ebenso viele ehrenamtlich. Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung nimmt einmal im Jahr ein Angebot der beiden in Anspruch. Damit übernehmen die zwei großen konfessionellen Wohlfahrtsverbände in Deutschland einen erheblichen Anteil der sozialstaatlichen Versorgung und sind wichtige Akteure der Zivilgesellschaft wie des Gesundheits- und Sozialwesens.
Für Ihre Arbeit benötigen Diakonie und Caritas viel Energie, materielle Ressourcen und Immobilien. Sie müssen ihre Mitarbeiter:innen mobil machen, für Klient:innen Lebensmittel zubereiten und warme Räumlichkeiten vorhalten – alles das geht nicht so einfach CO2-neutral und ohne ökologischen Fußabdruck. Angesichts der großen Infrastruktur, der benötigten Ressourcen und der vielen Menschen, die sie erreichen, können die Verbände aber auch Vorbild und Motor einer Haltungsänderung werden – hin zu mehr Nachhaltigkeit, (Klima-)Gerechtigkeit und Solidarität. Diakonie und Caritas können einen signifikanten Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Transformation leisten.
Wo stehen Diakonie und Caritas beim Thema Nachhaltigkeit? Wie können Politik und Gesellschaft Hürden abbauen, damit Nachhaltigkeitsinitiativen im Sozial- und Gesundheitswesen nicht an wirtschaftlichen Überlegungen und regulatorischen Rahmenbedingungen scheitern? Diese und andere Fragen wollen wir durch Vorträge, im gemeinsamen Gespräch und anhand von Projekten aus Forschung und Praxis zur Debatte stellen.