Verweilen

Lass mich lang­samer gehen, Herr. Ent­laste das eilige Schlagen meines Her­zens durch das Still­werden meiner Seele. Lass meine has­tigen Schritte ste­tiger werden mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewig­keit. Gib mir inmitten der Ver­wir­rung des Tages die Ruhe der ewigen Berge. Löse die Anspan­nung meiner Nerven und Mus­keln durch die sanfte Musik der sin­genden Wasser, die in meiner Erin­ne­rung lebendig sind. Lass mich die Zau­ber­kraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert. Lehre mich die Kunst des freien Augen­blicks. Lass mich lang­samer gehen, um eine Blume zu sehen, ein paar Worte mit einem Freund zu wech­seln, einen Hund zu strei­cheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen. Lass mich lang­samer gehen, Herr, und gib mir den Wunsch, meine Wur­zeln tief in den ewigen Grund zu senken, damit ich empor­wachse zu meiner wahren Bestimmung.

 

Gebet aus Südafrika